Das Jahr 2025 hat an die zahlreichen Naturschutz-Erfolge aus den Vorjahren angeknüpft.
Ein wichtiger Baustein unserer Naturschutzarbeit ist der Artenschutz an Gebäuden. Hier setzen wir mit unseren Projekten „Schwalben willkommen“ und „Fledermaus freundliches Saarland“ wichtige Maßstäbe, um den Artenrückgang aufzuhalten. Wir konnten Hauseigen tümerinnen und Hauseigentümer im Saarland gezielt darin bestärken, Brutplätze von Schwalben und Mauerseglern zu erhalten und über 150 neue Nistmöglichkeiten zu schaffen. Über 15 schwalbenfreundliche Häuser wurden von uns ausgezeichnet.
Großgeschrieben wird bei uns auch die Ökopädagogik. Kinder und Jugendliche für die Natur zu begeistern, indem sie beispielsweise im „Urwald vor den Toren der Stadt“ bei Kinder-Ferien-Programmen oder Jahreszeiten-Camps die Natur intensiv erleben und entdecken – dafür steht die NAJU mit unseren zwei Jugendbildungsreferent*innen samt vielen ehrenamtlichen Helfern.
Ein weiteres Standbein unserer Ökopädagogik ist das Projekt „Urwald macht Schule“. Hier werden Schülerinnen und Schüler der dritten bis achten Klasse von geschulten Wildnispädagog*innen bei zwei- bis dreitägigen außerschulischen Veranstaltungen durch den Urwald geführt und geleitet mit Übernachtung im „Günther von Bünau“-WildnisCamp. Im Vordergrund steht die Stärkung der Verbindung zur Natur und die Lenkung der Achtsamkeit auf den Wald und auf die Gruppe. Der außergewöhnliche außerschulische Lernort macht das Projekt besonders attraktiv und die Nachfrage steigt stetig. Dieses Jahr fanden von April bis Oktober an 39 Tagen 16 mehrtägige Veranstaltungen statt.
Ein Highlight und Premiere war unser Ortsgruppenfest im August an der Scheune Neuhaus, wo knapp 100 NABUs aus dem ganzen Land zusammenkamen, um bei leckerem Essen und Getränken ins Gespräch zu kommen und sich auch intensiv mit der Geschäftsstelle und dem Vorstand auszutauschen. Diese Treffen und auch die wichtige Zusammenarbeit werden in den nächsten Jahren weiter ausgebaut.
Und manchmal müssen wir auch die Krallen zeigen. Denn wir als NABU Saarland füllen unsere Rolle als Anwalt der Natur nicht nur sprichwörtlich aus, sondern auch ganz konkret, wenn wir schwere Planungsfehler in Beteiligungsverfahren anmahnen und diese dennoch nicht berücksichtigt werden. So haben wir im Juli 2024 in letzter Konsequenz einen Normenkontrollantrag gegen den Bebauungsplan „Garten Reden, 3. Änderung“ beim Oberverwaltungsgericht Saarlouis über einen Berliner Fachanwalt eingereicht. Der Bau einer Haldenstraße drohte, die bereits fragile Population seltener Amphibien- und Reptilienarten auszulöschen. Nachdem es zunächst noch einen Ortstermin gab, hat das Oberverwaltungsgericht mit Urteil vom 28. April 2026 den Bebauungsplan für unwirksam erklärt und uns damit bestätigt. Das Gericht rügte schwere Verfahrensfehler, unzureichende Prüfungen zum Schutz bedrohter Arten (wie der Geburtshelferkröte und der Mauereidechse) sowie eine fehlende Offenlegung wichtiger Verkehrs- und Umweltstudien. Die Freude war entsprechend groß und jetzt ist der nächste Schritt, sich mit der Gemeinde Schiffweiler an einen Tisch zu setzen, da wir viel lieber gestalten und etwas gemeinsam für den Artenschutz bewegen wollen, als zu klagen.
Für mich persönlich war das Jahr 2025 eine Zeitenwende, denn mit der Wahl zur Landesvorsitzenden im Oktober begann für mich ein neuer und aufregender Lebensabschnitt. Seitdem ist jeder Arbeitstag anders und unterstützt durch erfahrene wie neue Mitglieder im Vorstand (mehr auf Seite 7), sowie durch die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Landesgeschäftsstelle und den Ortsgruppen mit ihrer wichtigen praktischen Naturschutzarbeit vor Ort, darf ich nun seit Oktober 2025 die Geschicke des Landesverbandes lenken. Danke an alle, die sich für unsere schöne Natur mit Herzblut einsetzen. Dies wird auch mir weiterer Ansporn sein.
Natürlich konnte ich nur einige Beispiele unserer Arbeit im Saarland anreißen. Mehr finden Sie in unserem Jahresbericht und ich hoffe, dass auch Sie beim Lesen Freude haben und Hoffnung schöpfen.
Zum Schluss möchte ich mich bei unseren Förderern und Kooperationspartnern bedanken, die unsere Naturschutzprojekte durch finanzielle und ideelle Unterstützung ermöglichen. Ein besonderer Dank gilt hier dem Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz (MUKMAV).
Lassen Sie uns alle auch in Zukunft eng zusammenarbeiten, um unsere Heimat mit ihren kostbaren Naturschätzen zu erhalten!