„2026 war ein herausragendes Storchenjahr im Saarland“, berichtet der saarländische Storchenkoordinator Christoph Braunberger vom NABU Saarland sichtlich erfreut. Er führt aus, dass es sowohl beim Weißstorch wie beim seltenen Schwarzstorch neue Rekordzahlen im Saarland gibt.
Insgesamt wurden vom Weißstorch 60 Revierpaare im Saarland festgestellt
Schwerpunktraum der Brutverbreitung ist der Saarpfalzkreis mit 37 Paaren, gefolgt von 16 Brutpaaren im Landkreis (LK) St. Wendel, drei Paaren im LK Neunkirchen und jeweils zwei Paaren im LK Saarlouis und Merzig. 2025 waren es 57 Revierpaare, das bedeutet einen Zuwachs in 2026 von fünf Prozent.
Storchhauptstadt ist nach wie vor Homburg mit nunmehr 25 Paaren.
Bruterfolg viel besser als erwartet
Auch der Bruterfolg war mit 115 ausgeflogenen Jungvögeln auf Rekordniveau
und das, obwohl die Rahmenbedingungen im vergangenen Winter nach mehr als 2.000 toten Weißstörchen durch Vogelgrippe in Spanien ein deutlich schlechteres Ergebnis erwarten ließen. Die starke Trockenheit und Hitze in 2026 hatte Meister Adebar nicht stark geschadet, im Gegensatz zu Schlechtwetterperioden, wie 2025, wo die Hälfte der Jungvögel an Unterkühlung im Nest starben.
1998 begann die Neubesiedelung des Saarlandes durch den Weißstorch
Der Weißstorch hatte sich 1998 nach über 30 Jahren erstmals wieder im Saarland bei Homburg-Beeden angesiedelt und wird seitdem intensiv ehrenamtlich durch den NABU und vielen weiteren lokalen Storchenschützern betreut. So ist der Bestand des Vogels kontinuierlich am Wachsen. Weitere Paare sind noch möglich; insbesondere im Regionalverband Saarbrücken und im LK Saarlouis ist noch Besiedlungspotential vorhanden.
Und wie steht es um den Schwarzstorch?
Auch beim seltenen Schwarzstorch ist die Situation besonders erfreulich, der erst seit 2005 im Saarland ansässig ist. Der scheue Waldvogel brütet wahrscheinlich mit 15 bis 20 Paaren im Saarland und in grenznahen Gebieten zu Lothringen und Rheinland-Pfalz. Die acht sicher festgestellten Brutpaare brachten insgesamt mindestens 15 Jungvögel zum Ausfliegen. „Hier gestaltet sich die Suche als besonders schwierig, da die Vögel im dichten Laubhochwald brüten, riesige Reviere besitzen und die Horste meist nur im Winter im laublosen Zustand entdeckt werden können“, so Braunberger.
Mögliche Störungen während der Brutzeit durch Tierfotografen oder Holzeinschlag werden durch enge Absprachen mit den betroffenen Förstern minimiert. „Beim Schutz des seltenen und gefährdeten Waldbewohners ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Förstern insbesondere mit Saarforst und den kommunalen Waldbesitzern hervorragend“, bekräftigt der NABU-Storchenexperte Braunberger.
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