Staatssekretär Thul übergibt Zuwendungsbescheid in der NABU Wildvogelauffangstation

Gemeinsame Pressemeldung des NABU Saarland und des Ministeriums für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz

Püttlingen – Im April nahm das neue Leitungsduo der Wildvogelauffangstation (WiVo) mit Andrea Cuntz (32) und Nicole Brzoska (48) ihre Arbeit auf. Die beiden haben in den letzten Monaten die Zeit genutzt, um in der Wildvogelstation zahlreiche Verbesserungen umzusetzen, die sowohl den anvertrauten Wildvögeln als auch den Abläufen innerhalb der Station zugutekamen.

Zusammen mit den beiden Stationsleitungen arbeiten jetzt zwei ganzjährige Minijobber und weitere Saison-Minijobber hauptamtlich in der Station. Unterstützt werden sie von drei jungen Erwachsenen im FÖJ sowie weiteren circa 40 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, um Wildvögel zu pflegen, zu füttern und auszuwildern.

Das Umweltministerium fördert die Station mit rund 210.000 Euro bis Ende 2027. Am 30. Juli übergab Staatssekretär Sebastian Thul symbolisch den Scheck in der Wildvogelstation.

„Dank der jahrelangen, großen Unterstützung unseres wichtigsten Kooperationspartners, des Umweltministeriums, können in unserer Auffangstation Tausende von verletzten oder verwaisten Jungvögeln artgerecht versorgt werden und das gut ausgebildete Personal kann sie fachgerecht pflegen und wieder auswildern“, freute sich die Landesvorsitzende des NABU Corinna Heyer und bedankte sich stellvertretend beim Staatssekretär Thul mit der Bitte, diesen Dank für die Unterstützung und die konstruktive Zusammenarbeit auch an die Kollegen und vor allem auch an die Hausleitung im MUKMAV weiterzugeben.

Sebastian Thul dankte Cuntz und Brzoska, die gerade in den letzten heißen Monaten enorm gefordert waren, die vielen gebrachten Jungvögel zu managen. „Ganz besonderer Dank gilt natürlich auch allen Ehrenamtlichen, ohne deren unermüdlichen Einsatz der Betrieb der WiVo nicht möglich wäre. Es sind Menschen, die mit viel Geduld und Leidenschaft dafür sorgen, dass diese Tiere eine Chance auf Rückkehr in die Natur erhalten. Es ist einfach eine tolle Gemeinschaftsleistung, die hier durch das positive Zusammenwirken aller Akteure und Akteuerinnen zustande kommt“, sagte Thul sichtlich beeindruckt.

Aufgrund der großen Hitze gab es viele „Hitzespringer“. Das sind Jungvögel, die in Gebäuden großgezogen werden und in diesem Sommer lebensbedrohlichen Temperaturen ausgesetzt waren. Um nicht zu sterben, hüpfen diese flugunfähig aus ihrem Nest und werden daher als „Hitzespringer“ bezeichnet. Es waren so viele, dass es die Aufnahmekapazität der WiVo überstieg. Infolgedessen waren immer wieder Aufnahmestopps, vor allem für Mauersegler, erforderlich.

„Es ist besser, dass die Vögel, die aufgenommen werden, adäquat gesund gepflegt und ausgewildert werden können, als wenn jeder hilfsbedürftige Vogel aufgenommen, aber aufgrund nicht ausreichenden Platzes und Betreuungskapazität nicht richtig hätte versorgt werden können“, wirbt Nicole Brzoska um Verständnis. Daher sind wir auch froh darüber, dass es in diesem Jahr weitere Aufnahme- und Versorgungsmöglichkeiten außerhalb der WiVo gegeben hat. Hier gibt es für das nächste Jahr einiges organisatorisch neu aufzustellen.

Andrea Cuntz ergänzt: „Um die erfolgreiche Auswilderung zu optimieren, wurde die Einrichtung unserer Volieren verbessert und orientiert sich nun noch stärker an den Anforderungen der Auswilderung, sodass die Vögel ihre natürlichen Verhaltensweisen besser trainieren können.  Weiterhin wurde die Zusammensetzung des Futters an die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Vogelarten angepasst. Eine artgerechte und hochwertige Ernährung trägt entscheidend zur Stabilisierung des Gesundheitszustands, zur Genesung und ebenfalls zu einer erfolgreichen Vorbereitung auf die Auswilderung bei."

Hintergrund Wildvogelauffangstation

Die Zentrale Wildvogelauffangstation Saarland (WiVo) ist eine Kooperation vom NABU Landesverband Saarland e.V., der Stadt Püttlingen und dem MUKMAV. Sie wurde 2016 errichtet und ist die zentrale Wildvogelauffangstation für das gesamte Saarland. Darüber hinaus sind drei anerkannte dezentralePflegestellen an die Wildvogelauffangstation angeschlossen. Jedes Jahr versorgt das Team rund 2.500 Wildvögel und steht damit den Tieren und deren hilfesuchenden Tier- und Naturfreundinnen und -freunden zur Seite. Das oberste Ziel ist die Aufnahme und Pflege von verletzten und geschwächten, hilflosen Vögeln sowie verwaisten Jungvögeln, um sie wieder gesund in die Freiheit zu entlassen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit den Partnern im Netzwerk Wildvogelhilfe im Saarland. Damit einher geht auch eine weitere wichtige Bedeutung der Auffangstation: Es kann wertvolles Wissen und Fachinformation über Vögel, insbesondere auch über die Bedeutung und den Schutz von Vogelarten vermittelt werden und so zusätzlich ein wichtiger, präventiv wirkender Beitrag zum aktiven Vogelschutz geleistet werden.

Hintergrund: Wer sind die beiden neuen Stationsleitungen?

Andrea Cuntz ist 32 Jahre alt und wohnt in Wadgassen. Ihre berufliche Laufbahn begann mit ihrer Ausbildung zur Tierpflegerin im Tierheim Saarbrücken. Auch wenn sie zwischenzeitlich in andere Berufsfelder hineingeschnuppert hat, hat ihre Leidenschaft für die Arbeit mit Tieren sie wieder zurück in die Tierpflege gebracht.  „Die Bewerbung beim NABU für die Stelle in der WiVo war für mich eine Herzensentscheidung. Es bedeutet mir viel, Vögel in schwierigen Situationen zu helfen und sie auf ihrem Weg zurück im ihren natürlichen Lebensraum zu begleiten. Ich möchte meine Erfahrungen und meine Begeisterung für die Tierpflege einbringen, um jedem Vogel die bestmögliche Chance auf ein neues, freies Leben zu geben.“

Nicole Brzoska ist 48 Jahre alt und lebt in Püttlingen. Nach ihrer Ausbildung zur Tierpflegerin im Zoo hat sie sich durch eine Fortbildung zur Falknerin sowie zur geprüften Natur- und Landschaftspflegerin weiterqualifiziert. Ihr beruflicher Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von praktischer Tierpflege mit aktivem Natur- und Artenschutz. „Mich hat besonders gereizt, meine langjährige Erfahrung in der Tierpflege noch stärker mit dem Naturschutz zu verbinden. Mein Ziel ist es, aktiv zum Erhalt heimischer Arten und Lebensräume beizutragen und dabei mein Wissen und meine Leidenschaft sinnvoll einzusetzen."