Die Schwalben sind zurück

Schwalben-Willkommen-Aktion auch 2023

Die eleganten Flieger verbinden viele Menschen mit dem Sommer. Ab Mitte März kehren die ersten Rauchschwalben aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück, ab Mitte Mai folgen die Mehlschwalben.

Leider hat ihr Bestand in den vergangenen Jahrzehnten deutlich abgenommen, was sie zu den besonders gefährdeten Vogelarten macht. Ihr Kot verschmutzt Wände, Fenster und Böden, wodurch viele Hausbesitzer*innen keine Schwalbennester bei sich sehen wollen.

Dabei ist Abhilfe durch das Anbringen von Kotbrettern leicht möglich. Diese fangen die Ausscheidungen auf und können relativ einfach angebracht werden. Aber auch Strukturwandel, intensive Landwirtschaft, die Versiegelung von Flächen sowie das Insektensterben und die Klimakrise machen den Schwalben das Leben schwer. Außerdem finden die Vögel immer weniger geeignete Nistmöglichkeiten.

Schwalben fühlen sich in einer vom Menschen geprägten Umgebung grundsätzlich wohl und zählen so zu den Kulturfolgern. Für sie sind Gebäude „Ersatz-Felslandschaften“. Im Rahmen von Renovierungen, die für den Klimaschutz notwendig sind, kommt es häufig vor, dass die notwendigen Einflugluken zunehmend verschlossen werden oder bei Neubauten erst gar nicht mehr vorhanden sind.

Mehlschwalben, mit ihrem leuchtend weißen Bürzel und Bauch, dem schwach gegabelten kurzen Schwanz, nisten bevorzugt in größeren Kolonien außen an rau verputzten Gebäuden – etwa unter Dachüberständen oder an Balkonen.

Rauchschwalben, mit ihrem langen gegabelten Schwanz und ihrer braun-roten Färbung von Kehle und Stirn gut erkennbar, nisten bevorzugt in Innenräumen, etwa Ställen oder Schuppen.

Schwalben sind ein wichtiger Teil der biologischen Vielfalt und erfüllen eine tragende Aufgabe: Eine einzige Schwalbe vertilgt beispielsweise pro Tag elf Gramm Insekten – also 4000 Stechmücken, auch Blattläuse stehen auf ihrem Speiseplan!

Es ist ein Lichtblick, dass immer mehr Hausbesitzende sich für den Schwalbenschutz einsetzen.

Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ möchten der NABU Landesverband Saarland e. V. und das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz  dazu beitragen, die Akzeptanz für Schwalben und ihre Nester in der Nähe des Menschen zu erhöhen und bestehende Brutplätze zu erhalten.

Mit einfachen Mittel kann jeder Schwalben an seinem Wohnhaus, Pension, Geschäft oder Bauernhof willkommen heißen: mit Nestgrundlagen wie Rauputzstreifen oder Brettchen, Kunstnestern und einer Lehmpfütze im Garten.

Menschen, die sich für Schwalben und Mauersegler engagieren und an ihren Häusern willkommen heißen, werden mit der Plakette „Schwalben Willkommen“ des NABU sowie durch die kostenlose Bereitstellung von Kotbrettern und Nisthilfen sowie der Beratung unterstützt.

Weitere Infos zum NABU Projekt Mauersegler und Schwalben gibt es auf der Website:
www.nabu-saar.de/schwalben-willkommen.de

Für Rückfragen:

Desirée Schmidt,
E-Mail: schwalbenwillkommennabu-saar.de