Wilderei im Natura-2000-Gebiet der Moselaue

Wasservögel und andere Tiere tot aufgefunden.

Lebach/Saarbrücken In der Moselaue zwischen Besch und Nennig besteht im Baggerweihergebiet das größte saarländische Auenschutzgebiet mit europäischem Schutzstatus. Neben zahlreichen privaten Weiherflächen und Teichen von Angelsportvereinen hat die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ große Schutzgebietsflächen im Eigentum. In dem überregional bedeutsamen Rastgebiet für Wasservögel wurde durch die Schutzgebietsverordnung  die Jagd auf Wasservögel verboten. Nun wurden dort durch Wilderei Wasservögel und andere Tiere tot mit Schussverletzungen gefunden.

Aktuell wurden vier geschossene Höckerschwäne, ein Silberreiher und von Jägern ein geschossenes Reh und ein Dachs gefunden. Bei den Schwänen wurde das Brustfleisch fachmännisch abgetrennt. Von Zeugen wurde ein Schuss gehört und von der Polizei Ermittlungen aufgenommen. Ähnlich getötete Wasservögel wurden  bereits  in den  letzten Jahren entlang der Mosel außerhalb des Saarlandes entdeckt. Ein Besucher des Gebietes hätte eine sitzende Person mit einem Gewehr an einem Weiher gesehen. Der NABU bittet Wanderer, Radfahrer und Angler um verstärkte Aufmerksamkeit und die  Meldung von verdächtigen Aktivitäten an die Polizei.

Mit beginnender Brutzeit werden auch immer mehr Störungen durch freilaufende Hunde festgestellt, die ins Wasser springen, Wasservögel verscheuchen und beunruhigen. Die Wege sollten nicht verlassen werden und die Hunde angeleint sein. Auch das Baden und Campieren ist in diesem Gebiet verboten. Spaziergänger können von den Wegen aus die Vogelwelt mit dem Fernglas beobachten und sollten auch uneinsichtige Besucher auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen. Seit einem Jahr werden die Besucher mit neuen Schutzgebietsschildern über die Gebietsbedeutung informiert. Das Gebiet wird von der saarländischen Naturwacht kontrolliert.

Für Rückfragen:

Rudi Reiter, stellvertretender NABU-Landesvorsitzender, Tel. 06832 7029