Umweltverbände schockiert von Plänen für eine „Alm-Autobahn“ auf der Bergehalde Reden

Gemeinsame Pressemitteilung der nach § 63 Abs. 2 BNatSchG staatlich anerkannten saarländischen Naturschutzvereinigungen BUND, Saarwald-Verein und NABU

Natur- und kulturverträgliches Haldennutzungskonzept gefordert

Saarbrücken/Saarlouis/Lebach Die drei staatlich anerkannten saarländischen Naturschutzvereinigungen BUND, Saarwald-Verein und NABU zeigen sich bestürzt angesichts der aus den Medien bekanntgewordenen Pläne der Industriekultur Saar (IKS) zum Bau einer Erschließungsstraße zur Reden-Alm samt Parkplätzen auf dem Haldenplateau. „Ein solches Vorhaben hat mit der ursprünglichen Planung nichts mehr zu tun und konterkariert sämtliche bisherigen Bemühungen um eine natur- und kulturverträgliche Nutzung der Halde“, so der BUND-Landesvorsitzende Christoph Hassel.

Die NABU-Landesvorsitzende Dr. Julia Michely wird konkreter und bemängelt, dass die im bestehenden Bebauungsplan „Garten Reden“ festgesetzten, umfangreichen Naturschutzauflagen bisher schlichtweg ignoriert wurden, obwohl eine klare rechtliche Verpflichtung zur Umsetzung bestehe. Dies habe bereits zu starken Rückgängen oder gar dem Verschwinden von wertgebenden Arten, darunter zahlreiche EU-weit streng geschützte Rote-Liste-Arten, geführt. „Insofern wirken die Beteuerungen der Befürworter einer solchen Straße, der Naturschutz würde im Rahmen des Vorhabens berücksichtigt, auf uns grotesk und unglaubwürdig“, so Michely. Ebenso führe die bestehende Zufahrt zur Bergmannsalm während der Saison nächtens bereits zu letztlich nicht hinnehmbaren Verkehrsverlusten unter den seltenen Amphibienarten, insbesondere bei der Wechselkröte. Eine noch stärker von Fahrzeugen frequentierte Zuwegung sei somit aus Artenschutzgründen strikt abzulehnen, zumal Bergehalden wie in Reden Hot Spots und Rückzugsräume der Artenvielfalt darstellten.

Eine Erschließung des Haldenplateaus durch Pkw-Verkehr würde auch dem bisher verfolgten sanften Naherholungskonzept zuwiderlaufen und den kulturhistorischen Charakter der Halde durch das aufwendige technische Wegebauwerk regelrecht entwerten, so Aribert von Pock, Landesvorsitzender des Saarwald-Vereins. „Das Schicksal der Bergehalde jetzt ökonomischen Einzelinteressen der Hüttenwirte zu opfern, halten wir für grundlegend falsch“, so von Pock weiter. „Insofern sprechen wir uns dafür aus, ein neues, ganzheitliches und nachhaltiges natur- und kulturverträgliches Konzept für die Bergehalde Reden zu entwickeln, an welchem wir als Umweltverbände ebenfalls gerne mitwirken werden.“ Voraussetzung dazu sei allerdings, dass die bestehenden rückständigen Naturschutzauflagen jetzt zeitnah ab Herbst erfüllt würden.

„Einig sind wir uns in jedem Fall, dass wir eine Erschließung des Haldenplateaus durch Motorfahrzeuge keinesfalls billigen und in diesem Zusammenhang auch die Einlegung von Rechtsmitteln nicht scheuen werden“, so die drei Landesvorsitzenden.

Für die Verbände:

  • Christoph Hassel, Landesvorsitzender, BUND Saarland e. V.
  • Aribert von Pock, Landesvorsitzender, Saarwald-Verein e. V.
  • Dr. Julia Michely, Landesvorsitzende, NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband Saarland e. V.

Für Rückfragen: