Ökodesaster Grünschnitt

Lösungswege zur Grünschnittentsorgungsproblematik gesucht

Lebach - Die Berichterstattung zur Grünschnittentsorgung  der letzten Monate verdeutlichte erhebliche Defizite, besonders unter Nachhaltigkeitsaspekten und ökologischen Kriterien. Deutlich erkennbar wurde als Hauptursache der Grünschnittentsorgungsproblematik das kommunale Entsorgungssystem in sich selbst, das die „Wegwerfmentalität“ der Bürger nicht zurück führt in einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Biomassen, sondern diese Entsorgungsphilosophie nach dem Prinzip „Ex und Hopp“ noch weiter verschärft. Dieses System führt zu erheblichen Transportkosten und Umweltbelastungen durch LKW-Verkehr und private Transporte zu den Sammelstellen sowie hohe Folgekosten für Investitionen bei Entsorgungsanlagen. Jahrhundertelang waren Biomassen im Siedlungsbereich kein Problem. Laub, Gartenabfälle, Gehölzschnitt usw. blieben am Ort ihrer Entstehung und wurden im Sinne von Kreislaufwirtschaft in der Natur belassen. Kompostierung, Liegenlassen, Reisighaufen, Totholzstapel, Verwendung im Hügelbeet usw. sind bei nachhaltiger Denkweise fast bei allen anfallenden Biomassen möglich.

Auch in kleinen Gärten ist dies bei gutem Willen umsetzbar! Vor dem Hintergrund naturentfremdeter Ordnungsvorstellungen werden stattdessen aufgeräumte wohnzimmerähnliche Schönheitsideale favorisiert. Die Entsorgung von natürlicher Biomasse ist in bis zu 90 Prozent der Fälle überflüssig, wenn das Material im Naturkreislauf sinnvoll verbleibt. Gartenhäcksler sollten nur zurückhaltend zum Einsatz kommen, da ihre Herstellung Rohstoffe und Energie verbrauchen sowie deren Einsatz Strom oder Benzineinsatz erforderlich macht. Größere Mengen der Kommunen aus Unterhaltungsmaßnahmen sollten ohne weite Transportwege örtlich kompostiert werden und Gehölzschnittgut zu Hackschnitzeln verarbeitet werden, oder zur Biotopgestaltung in öffentlichen Anlagen Verwendung finden. Vor dem Hintergrund stark zunehmender Biodiversitätsverluste kann die ökologisch nachhaltige Behandlung des Grünschnittes einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz und zur Artenvielfalt bedeuten und auch umsetzen. Der Gesetzgeber ist hier auch aufgefordert dazu dringend die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen und bestehende Richtlinien zu ändern.

Für Rückfragen:
Karl Rudi Reiter, Stellv. Vorsitzender NABU Saarland, mobil: 0171 4940442