Nachhaltige Weihnachtsbäume

Bäume aus der Region und nachhaltige Alternativen

Lebach/Saarbrücken Vor dem Hintergrund der vom klimawandelbedingten zunehmenden Waldschäden kommt die traditionelle Weihnachtsbaumkultur unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten verstärkt in die öffentliche Diskussion. Einige Städte wollen keine Weihnachtsbäume mehr aufstellen oder Ideen wie Weihnachtsbäume mieten statt kaufen (SZ vom 3.12.2019) werden diskutiert.

Unter Nachhaltigkeitsaspekten sollte auch der Umgang mit Weihnachtsbäumen neu bewertet werden. Pestizideinsatz (Herbizide und Insektizide) in intensiven Christbaumkulturen, weite energieverbrauchende Transporte durch ganz Europa, Flächenverbrauch für die Kulturen und Entsorgungsfolgen nach Weihnachten sind einige ökologisch zu hinterfragende Aspekte.

Die Miet-Idee zeigt einen neuen Ansatz zu mehr Nachhaltigkeit, da solche Bäumchen mehrfach genutzt werden können. Vor den zunehmenden Waldschäden im Klimawandel könnten Weihnachtsbäume wieder zur Aufforstung in durch massiven Borkenkäferbefall absterbenden Fichtenkulturen Verwendung finden. Dazu sollten Weißtannen verwendet werden, da diese als Tiefwurzler Trockenheit besser vertragen und auch nicht vom Borkenkäfer befallen werden. Dazu müssten Baumschulen einheimische Weißtannen als Ballenpflanzen in Topfkultur als Weihnachtsbäume in unterschiedlichen Größen anbieten. Die Weißtannen könnten dann nach Weihnachten ortsnah im Wald ausgepflanzt werden. Dazu könnten im Staatswald, Kommunalwald und Privatwald von den zuständigen Förstern/Eigentümern Flächen bereit gestellt werden.

Da die Weißtannen von Rehen stark verbissen werden, sollten kleine Hordengatter aus unbehandelten Latten angelegt werden (etwa 5 mal 5m groß). Dort können bis zu 25 Weißtannen eingepflanzt werden. Solche Hordengatter sind besonders umweltfreundlich, da sie später natürlich verrotten und zu Humus werden und somit nicht wieder abgebaut werden müssen. Bei geschickter Bauweise können solche Hordengatter auch versetzt werden um neben der ersten Anpflanzung nochmal benutzt zu werden. Die Baumpflanzer könnten dann im ersten Jahr oder länger als Baumpaten die Baumkultur betreuen, Zaunkontrolle durchführen  oder bei langer Trockenheit im erst Jahr gießen und somit auch eine emotionale Bindung zum Wald aufbauen!