NABU: Nachhaltiges Verkehrskonzept für Merzig gefordert

Naturzerstörung und Unwirtschaftlichkeit rechtfertigen keine Nordumfahrung Merzig

Lebach – Der Naturschutzbund (NABU) im Saarland hat sich in die neuerlich aufgeflammte Diskussion um eine Nordumfahrung Merzig im Rahmen der Nordsaarlandstraße eingeschaltet. „Es liegen keinerlei neue Fakten auf dem Tisch, welche die in den vergangenen Jahren wiederholt vom NABU geäußerte kritische Haltung zu diesem nicht nachhaltigen und wirtschaftlich höchst zweifelhaften Verkehrsprojekt ändern könnten“, so die neue Landesvorsitzende Dr. Julia Michely. Erheblichen zu erwartenden Biodiversitätsverlusten im Bereich des Standortübungsplatzes der Bundeswehr und umfänglichen erforderlichen Waldrodungen stünden nur bescheidene Verkehrseffekte gegenüber, wie die bereits seit einigen Jahren vorliegenden, einschlägigen Gutachten zeigten. Das Vorhaben habe zudem im Wesentlichen den klimaschädlichen, motorisierten Individualverkehr im Focus. Ebenso sei das betroffene Waldgebiet neben weiteren wertgebenden Arten Kernlebensraum der streng geschützten Wildkatze, für die das Saarland eine besondere Verantwortung besitze und die hierzulande besonders unter dem dichten Straßennetz leide. Der NABU empfiehlt daher, vor allem mit Blick auf die hochaktuelle Klimaschutzdiskussion, die vorgesehenen Steuermittel für nachhaltige und damit zukunftsfähige Verkehrskonzepte, etwa im Sinne einer Stärkung des ÖPNV und der Radinfrastruktur, zu verwenden und gleichzeitig die bereits vorliegenden Optimierungsvorschläge am bestehenden Merziger Straßennetz konsequent und vollständig umzusetzen.

Für Rückfragen:

Dr. Julia Michely, NABU-Landesvorsitzende, mobil 0176.20476764
E-Mail: julia.michelyNABU-saar.de