Schleiereulenkasten auf der Alpakafarm

Schleiereulen brauchen Hilfe. Bieten wir ihnen Brutkästen an!

Marcello Spada, Eulen AG Saar, bringt einen geräumigen Schleiereulenkasten in der Scheune der Alpakafarm an. Foto: Wega Kling

Ein Galerieplatz für die Schleiereule!

Vorab: Gönnen Sie sich bei nächster Gelegenheit den Vortrag Peter Mendes von der Eulen AG Saarland über die Schleiereule. Er bringt uns die schöne Eule in unvergleichlicher Weise und mit faszinierenden Fotos nah. Und er appelliert an seine Zuhörerinnen und Zuhörer, die gefährdete Schöne nach Kräften zu unterstützen.

Ich habe mich mit Marcello Spada, dem Mitarbeiter Peter Mendes verabredet, und wir treffen uns auf der Alpakafarm von Christiane Groß und Reiner Frenzel im Saarbrücker Almet. Bei meiner Frage an beide, ob sie ihre Scheune für die Schleiereule zur Verfügung stellen möchten, gab es ein begeistertes "Ja". Am 17. Mai 2019 installierte Marcello Spada einen geräumigen Nistkasten in der halboffenen Scheune, verbunden mit der Hoffnung, dass ein Paar ihn schon zu einer Zweitbrut nutzen könnte. Der Kasten wird regelmäßig durch die Eulen AG kontrolliert und wir vom NABU Saarbrücken behalten ihn natürlich ebenso regelmäßig im Auge.

Wega Kling, Juli 2019

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Die Schleiereule (Tyto alba) ist eine Kulturfolgerin, die sich eng an menschliche Siedlungen angeschlossen hat. Gebäude, wie zum Beispiel Scheunen, Wohnhäuser und Kirchtürme, aber auch Bauernhöfe und einzeln stehende Feldscheunen, dienen ihr als Tagesschlaf- und Nistplatz. Als Jagdgebiet bevorzugt sie die offene, strukturreiche Kulturlandschaft mit hohem Grünlandanteil.

Im Saarland kommt die Schleiereule in allen Landesteilen vor. Verbreitungsschwerpunkte sind jedoch die klimatisch günstigeren Gebiete. Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Schleiereule im Saarland vom Aussterben bedroht. Grund war insbesondere das Fehlen von geeigneten Brutmöglichkeiten. Durch das Anbringen von Nisthilfen ist es gelungen, den Bestand der Art im Saarland zu sichern. Dies erfordert jedoch einen sehr hohen Einsatz von ehrenamtlichen Naturschützern zur Betreuung der vorhandenen Nisthilfen und zum Aufhängen neuer Nisthilfen.

Auf Dauer kann die Schleiereule jedoch nur überleben, wenn es gelingt, eine reich strukturierte, bäuerlich genutzte Kulturlandschaft zu erhalten und insbesondere das Nahrungsangebot im Winter durch Öffnung von landwirtschaftlichen Gebäuden zu verbessern.

Die Schleiereule:

Gefährdung: Gefährdet

Bestand: Cirka 100 bis 120 Brutpaar

Spannweite: 90 bis 98 cm

Größe: Cirka 34 cm

Gewicht: 290 bis 320 g

Stimme: "chrüüühiii"; Jungeulen: "schnarchen"

Brutzeit: Ab April, in guten Mäusejahren Zweitbruten bis Oktober

Nahrung: Vorwiegend Mäuse

Kennzeichen: Herzförmiger weißer Gesichtsschleier, helles Gefieder

 

Quelle: NABU Eulen AG Saarland, Eulen im Saarland, 2. Auflage 2017