Breitblättrige Stendelwurz in Püttlingen entdeckt

Püttlingen entwickelt sich immer mehr zu einem Dorado für wildwachsende Orchideenarten.

Johann und Michael Rosch präsentieren Birgit Freiheit und Evelyn Moschel die neuentdeckte Stendelwurz auf der Weide der Hochlandrinder (v.l.n.r.) Foto: HJ Schmidt

Deutschlandweit gibt es noch etwa 60 wildwachsende Orchideenarten, die aber alle vom Aussterben bedroht sind. Ursachen dafür sind die Überdüngung der Standorte, aber auch die Verbuschung führt zum Verschwinden der attraktiven Pflanzen. Von Birgit Freiheit, die beim NABU-Landesverband das landesweite Orchideenprojekt betreut, werden deshalb mit den Besitzern oder Pächtern der Orchideenstandorte entsprechende Pflegemaßnahmen festgelegt.

In Püttlingen gibt es schon seit vielen Jahren einen Bestand des gefleckten Knabenkrautes auf Feuchtwiesen am Rande des Espenwaldes. Diese Feuchtwiesen, die viele Jahre vom Natur- und Vogelschutzverein gepflegt wurden, sind inzwischen an den dort ansässigen Reitsportverein Püttlingen übergegangen, mit der Maßgabe, dass eine Beweidung oder ein Mähen der Fläche „orchideenfreundlich“ erfolgen muss, also frühestens nach der Blütezeit des Knabenkrautes nach dem 15. Juni.  Inzwischen ist das gefleckte Knabenkraut auch auf einer feuchten Mähwiese an der Römerstraße entdeckt worden. Birgit Freiheit und Evelyn Moschel, Umweltbeauftragte der Stadt Püttlingen, werden prüfen, welche Maßnahmen zur dauerhaften Erhaltung dieser neu entdeckten Orchideenbestände ergriffen werden können.

Im vorigen Jahr wurde in einem Privatgarten in Köllerbach ein Bestand von über 20 Bienenragwurz-Orchideen entdeckt (die SZ berichtete darüber). Die Hausbesitzer übernehmen hier die Pflege, indem sie die Rasenfläche erst nach der Blütezeit der Orchideen mähen.

Eine weitere Orchideenart, nämlich die Breitblättrige Stendelwurz entdeckten in diesem Sommer die Brüder Johann und Michael Rosch aus Püttlingen, die seit 3 Jahren phänologische Beobachtungen  durchführen und jetzt erstmals diese seltenen Orchideen auf der Beweidungsfläche der Hochlandrinder im Mühlengrund und der Beweidungsfläche der Wasserbüffel am Köllerbach feststellten. Mit ihren Beobachtungen beteiligten sie sich am landesweiten Wettbewerb „Schüler experimentieren“ und erreichten in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaft den 1. Platz (die SZ berichtete darüber). Stolz zeigten die beiden 11 und 14 Jahre alten Schüler jetzt die abgeblühten Stendelwurz-Orchideen Birgit Freiheit und Evelyn Moschel. „Da sieht man die Vorteile der Beweidung“ stellten beide fest“, denn die Rizome waren sicher schon länger in der Erde, konnten sich aber nicht gegen die Verbuschung durchsetzen. Dadurch dass die Rinder das Gras kurz halten, kommen die Orchideen wieder zum Vorschein“. Könnte also gut sein, dass im nächsten Jahr noch weitere Orchideen zum Vorschein kommen.